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Mehrliniensystem

Mehrliniensystem

Bei diesem System erhalten Mitarbeiter von mehreren übergeordneten Stellen verbindliche Anweisungen. Jeder Vorgesetzte hat ausschließlich für seine Führungsaufgabe Weisungsbefugnisse. Dadurch kommt es zur Mehrfachunterstellung, d. h. ein Mitarbeiter hat mehrere Vorgesetzte.

Im nachfolgenden Schaubild ist der Leiter der Marketingabteilung gegenüber seinen direkt unterstellten Mitarbeitern in den Bereichen Werbung und Vertrieb weisungsberechtigt. Gleichzeitig hat der Marketingleiter auf Weisungsbefugnisse in die Kontierung der Buchhaltungsabteilung und in die Montage. 

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die oder der Mitarbeiter der Kontierung Weisungen vom Leiter der Buchhaltung und vom Leiter der Marketingabteilung erhalten können. Im ungünstigsten Fall widersprechen sich die Anweisungen von beiden Vorgesetzten. 

Die Folge von widersprüchlichen Anweisungen sind Unmut bei den Mitarbeitern und oftmals Diskussionen zwischen den Abteilungsleitern.

Vorteile

  • Spezialisierung der Leitung (Verteilung einzelner Funktionen auf mehrere Instanzen)
  • die Leitungspitze wird entlastet
  • schnellere und flexiblere Information und Kommunikation
  • Herausstellung der fachlichen Autorität der Vorgesetzten
  • geringe hierarchische Distanz
  • die Mehrfachunterstellung fördert produktive Konflikte
  • Zwang zur Abstimmung zwischen den verschiedenen Vorgesetzten

Nachteile

  • hoher Bedarf an spezialisierten Führungskräften
  • problematische Abgrenzung von Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen
  • Gefahr von widersprüchlichen Weisungen (Kompetenzkonflikte)
  • Risiko von zu vielen Kompromissen
  • hoher Abstimmungsbedarf mit Zeitverlusten
  • problematische Zurechnung von Fehlern
  • Ressourcendenken von Vorgesetzten verhindert eine ganzheitliche Sicht
  • Verunsicherung der Mitarbeiter, für welchen Vorgesetzten sie zuerst die Arbeit erledigen sollen

Voraussetzungen

Das Mehrliniensystem wird vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen sowie bei Personengesellschaften angewendet. Meist findet es sich in Handwerksbetrieben in denen aufgrund der klaren Trennung zwischen kaufmännischen und technischen Verantwortlichkeiten das Risiko von Reibungsverlusten minimiert werden soll.